Leave No Trace
Die Leave-No-Trace-Prinzipien
Sieben Grundsätze, mit denen du deine Auswirkungen minimierst – und die Natur der Schweiz bewahrst.
Die Schweizer Natur- und Berglandschaften sind wunderschön – und empfindlich. Wenn du dich an die sieben Leave-No-Trace-Prinzipien hältst, hilfst du mit, dass diese Orte auch für kommende Generationen so bleiben, wie wir sie lieben.

1. Gut planen und vorbereiten
- •Informiere dich vorab über Regeln und Einschränkungen am Ziel (Campieren, Feuer, Schutzgebiete).
- •Bereite dich auf Wetterumschwünge, alpine Gefahren und Notfälle vor.
- •Plane wenn möglich zu Zeiten mit weniger Andrang.
- •Nutze Karte, Kompass oder GPS – idealerweise mit Offline-Karte als Backup – und verzichte auf Markierungen wie Sprühfarbe, Steinmännchen oder Bänder.
- •Reduziere Abfall: Verpacke Lebensmittel sinnvoll um und nimm nur mit, was du wirklich brauchst.

2. Auf robustem Untergrund unterwegs sein und campieren
- •Bleib auf bestehenden Wegen und Plätzen – oder nutze robusten Untergrund wie Fels, Kies, trockenes Gras oder Schnee.
- •Schütze Uferzonen: Campiere mindestens 70 Meter von Seen und Flüssen entfernt – so bleiben die Ufer stabil, das Wasser sauber und Wildtiere können ungestört trinken und unterwegs sein.
- •Gute Lagerplätze gibt es bereits – du musst keinen «machen». Hinterlasse den Platz so, wie du ihn vorfindest.
- •In stark besuchten Gebieten: Nutze konsequent bestehende Wege und Lagerplätze.
- •Auch bei Nässe oder Matsch: Geh hintereinander in der Wegmitte, statt den Weg zu verbreitern.

3. Abfälle richtig entsorgen
- •Nimm alles wieder mit: Müll, Essensreste und auch kleinste Schnipsel.
- •Für den Toilettengang: Vergrabe Exkremente 15–20 cm tief und mindestens 70 Meter von Gewässern entfernt (eine kleine Schaufel – auch „Trowel“ genannt – mitnehmen).
- •Toilettenpapier und Hygieneartikel gehören in den Abfall – nimm sie wieder mit.
- •Zum Waschen oder Abwaschen: immer mindestens 70 Meter entfernt von Bächen und Seen waschen.
- •Wenn Seife, dann nur sparsam und biologisch abbaubar – und immer mindestens 70 Meter vom Gewässer entfernt.

4. Hinterlasse, was du vorfindest
- •Bewahre die Vergangenheit: Schau dir kulturelle Spuren an, aber nimm nichts mit und berühre sie möglichst nicht.
- •Lass Steine, Pflanzen und andere Naturmaterialien so, wie sie sind.
- •Vermeide das Einschleppen nicht-heimischer Arten (z. B. Samen an Schuhen oder Ausrüstung).
- •Baue keine Strukturen, Möbel oder Gräben – auch nicht «nur kurz».
- •Viele Alpenpflanzen sind geschützt: Bitte niemals pflücken.

5. Auswirkungen von Feuer minimieren
- •Feuer hinterlassen Spuren und können Schäden verursachen – zum Kochen ist ein leichter Kocher die beste Wahl.
- •Wo Feuer erlaubt ist: Nutze bestehende Feuerstellen oder eine Feuerschale.
- •Halte das Feuer klein und verwende nur trockenes, am Boden liegendes Holz, das du von Hand brechen kannst.
- •Lass Holz vollständig zu Asche verbrennen und lösche das Feuer vollständig – bis die Glut wirklich kalt ist.
- •Achte auf lokale Feuerverbote: In Trockenperioden sind offene Feuer in der Schweiz oft untersagt (Waldbrandgefahr).

6. Respektiere Wildtiere
- •Beobachte Tiere aus Distanz – nicht verfolgen, nicht annähern.
- •Füttere keine Wildtiere: Das schadet ihnen und verändert ihr Verhalten.
- •Sichere Lebensmittel und Abfall so, dass Tiere nicht herankommen.
- •Wenn dein Hund dabei ist: Bitte gut unter Kontrolle halten – je nach Gebiet gilt Leinenpflicht.
- •Meide sensible Zeiten und Orte: Paarung, Brut- und Aufzuchtzeit sowie der Winter sind besonders störungsanfällig.

7. Nimm Rücksicht auf andere
- •Respektiere andere und ihre Naturerfahrung – nicht alle suchen dasselbe Abenteuer wie du.
- •Sei freundlich und gib auf schmalen Wegen Vortritt, wo es Sinn macht.
- •Wenn du Pferden oder anderen Lasttieren begegnest: kurz anhalten und zur Talseite ausweichen.
- •Mach Pausen so, dass andere vorbeikommen: kurz vom Weg auf robusten Untergrund treten (z. B. Fels oder Kies).
- •Halte die Lautstärke niedrig – so können alle die Ruhe draussen geniessen.
Weitere Ressourcen
Hier findest du mehr zu Leave No Trace – und dazu, wie du die Prinzipien in der alpinen Umgebung der Schweiz praktisch umsetzt: